Am Montag abend hatte ich das Problem, das ich beim gehen nicht mehr richtig abrollen konnte auf der rechten Seite so über den großen Zeh. A bisserle lästig, aber frau kann sich ja mal vertreten . . . dachte ich.
Dienstag früh war das Zehengelenk scho irgendwie dicker und tat höllisch weh. Frau kann ja die Zähne zusammenbeißen und trabt dann doch mal humpelnderweise in die Arbeit.
Keine gute Idee.
Um 9 habe ich dann freiwillig bei einem hier ortsansässigen Orthopäden angerufen. Der nimmt aber nur Privatpatienten. So was provanes wie mich zweitklassigen Kassenassi hat der nicht nötig.
Also weitersuchen.
Eine weitere Orthopädische Gemeinschaftspraxis erklärte sich dann nach wirklichem Gejammere meinerseits bereit, mich um 10 als Notfallpatient einzuschieben.
Gut.
Ich also dorthin.
Der Empfang war kühl.
Um nicht zu sagen - frostig.
Die Damen hinter dem Tresen in ihrer Dunkellila Shirt/weiße Arzthelferinnenhose-Tagesuniform sind definitiv ein Akutfall für ein „Verhaltenstraining für Mitarbeiter mit Kundenkontakt für eine Sensibilisierung aller Mitarbeiter für ein bewusstes vorbildliches und dienstleistungsorientiertes Verhalten im Umgang mit Kunden“.
Patienten, die mit Schmerzen in so einer Praxis aufschlagen sind nun einmal nicht so sozialkompatibel wie ein Gesunder - von daher, etwas freundlicher bitte.
Ok ?!
Was ich auch ziemlich daneben fand, war die Tatsache das eine andere Patientin, die grade dort anrief nach Beendigung dieses Telefonates von 3 der dort anwesenden Angestellten durchgehechelt wurde. Wie unmöglich die sein, immer unpünktlich, und ihre Termin immer so legen wollte wie sie es für richtig hielte und nicht wie es in den Praxisablauf passt, etc.
Schon krass, so was als anderer Patient zu hören wie man über Abwesende so spricht. Keine gute Visitenkarte für weitere Besuch in diesem Haus.
Ich jedenfalls wurde dann kurz und knackig abgefertigt und durfte mich dann ins Wartezimmer setzen. Nachdem ich das Spiel ja schon kenne - Notfallpatienten haben immer länger zu warten als alle anderen - hatte ich mich grade so gemütlich in meinen Sessel gemümmelt und mein Buch vor der Nase als ich auch schon aufgerufen wurde.
Hoppla.
Keine 10 min Wartezeit?
Na es hilft wohl doch das Wörtchen „Danke“ in Gegenwart dieser Damen inflationär zu gebrauchen und sich für jeden Scheiß zu bedanken. Wow.
Egal.
Die Untersuchung war ein Witz.
Herr studierter Fachmediziener drückte an meinem Fuß herum (tut ja gaaaaar nicht weh, nöööööö) und diagnostizierte spontan da sich einen Hallux valgus in einem ausgeprägtem Stadium hätte und entweder Einlagen oder OP bekommen müsste.
Ich?
Hallux valgus?
Nur mal zur Info ... das schaut
SO aus.
Und
DAS ist mein Fuß...
Ich für meine Person sehe da schon geringfügige Unterschiede ... und keinen Hallux valgus an meinem rechten Zeh.
Ich bekam jedenfalls ein Rezept für Einlagen in die Hand gedrückt weil ich nicht zusagen konnte (*hüstel* wollte) ob ich zur Einlagensprechstunde erscheinen würde.
Ein weiteres Rezept für Schmerzmittel und ein Magenschutzmittel (bei Diclo wirklichwirklich sinnvoll) bekam ich erst auf erneute Nachfrage. Grummel. Irgendwie hat der das nicht verstanden das ich SCHMERZEN habe ... SSCCHHMMEEEEEERRZZENNNNNNN. Ich kann nicht mehr laufen und 2/3 meiner Schuhe kann ich nicht mehr anziehen weil ich schlicht und ergreifend nicht mehr hineinkomme mit dem Fuß.
Nun gut. Ich bin dann mit meinem Rezept zur Apotheke getrabt. Das Magenschutzmittel musste ich tauschen lassen da es Laktosehaltig war. So ein Quatsch. Ich hab dem Studiosus extra gesagt, das er welche aufschreiben soll die Laktosefrei sind. So ein Vollpfosten. Aber dafür ist er ja nen studierter Vollpfosten.
Ja.
Heute ist also Mittwoch.
Mein rechtes Großzehengrundgelenk hat inzwischen eine dunklere Farbe als der Rest vom Fuß, fühlt sich auch wärmer an und beschert mir völlig neue Laufeindrücke. Aber ich muss sagen - Zahnschmerzen sind schlimmer als das. Aber ich gebe ja die Hoffnung nicht auf, das diese Scheißtabletten irgendwann mal ihren Dienst tun und es weniger wird.