Mittwoch, 30. Januar 2013

Meine beste Freundin N°15

wurde vor ein paar Tagen beigesetzt. Entgegen ihres Wunsches wurde die Urne allerdings nicht anonym beigesetzt, sondern im gesamten Kreise derer, die bei der Trauerfeier anwesend waren und mitgehen wollten. Yippieh. Und das nur, damit ihre Familie (explizit ihre Mutter) weiß, wo sie liegt, wenn sie denn wieder nach Bayern fahren um sie auch nach ihrem Tod zu belästigen. Nicht, das ihre Mutter nicht noch beim Totenkaffee gejammert hätte, das ihr das zu weit weg wäre. Zum . . . ihr wisst schon was.

Wie kann ein einzelner Mensch so uneinsichtig sein?


Ich vermisse sie :(
Immer noch unglücklich.

Kommentare:

  1. Ich finde, dem letzten Willen eines Menschen muss in jedem Fall entsprochen werden. Alles andere ist ein völliges No-Go und reiner Egoismus.
    Ich denk an dich und umarme dich

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  2. Ein Kollege von mir hat gesagt, das er es genauso gemacht hätte, das er dieses "anonyme Verscharren" unmenschlich findet.

    Aber mich wundert bei der Familie nichts mehr. Und ich verstehe jeden Tag immer besser, wieso Nate den Kontakt eingestellt hat. Wenn man ständig so mißachtet wird in seinen Wünschen, dann ist das einfach zum kotzen.

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  3. Unmenschlich? Wenn derjenige, der stirbt, selbst wünscht, “verscharrt“ zu werden, statt in einem “vernünftigen“ Grab zu liegen, um das sich eh niemand kümmert?
    Was für eine grässliche Einstellung. Nur weil es mit der eigenen Vorstellung eines “anständigen“ Begräbnisses nicht konform geht, muss man Angehörigen doch nicht noch nach dem Tod seine eigenen Konventionen aufzwängen. Wie blind und verbohrt muss man sein.
    Das macht mich richtig traurig.

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  4. Ich kann deine Wut verstehen, aber ich kann auch irgendwie die Eltern verstehen (ganz unabhängig mal von dem, wie sie vielleicht ansonsten mit ihrer Tochter umgegangen sind). Es ist für viele hart, keinen Platz zum Trauern zu haben. Ist sicher auch eine Generationenfrage. Was jetzt nicht bedeuten soll, dass ich es okay finde, dass sie sich über den Wunsch ihrer Tochter hinweggesetzt haben.

    Ich habe mal eine Art umgekehrte Situation erlebt. Als 1998 mein damaliger Partner tödlich verunglückte, der nie geäußert hatte, wie er mal bestattet werden möchte, hat sein Vater entschieden, dass er verbrannt, im allerengsten Kreis verabschiedet und dann anonym bestattet wird. Hieß, anwesend waren er, seine Frau (Stiefmutter), die Großeltern, der Mitbewohner meines Freundes und ich. Sein bester Freund durfte nicht kommen, seine anderen Freunde durften nicht Abschied nehmen, was ihnen sehr wichtig gewesen wäre.

    Ich habe versucht, den Vater wenigstens dazu zu bringen, dass die Freunde nachdem wir Abschied genommen hatten und weg waren, das auch gedurft hätten. Aber er weigerte sich.

    Die "Verabschiedung" war für mich irgendwie gruselig. Es gab keine Trauerfeier. Die Urne war in einer Kapelle auf einem Podest aufgestellt, wir saßen mutterseelenallein in der ersten Reihe und starrten im Grunde nur vor uns hin. Die Großmutter war völlig durch den Wind, weil sie einen Gottesdienst bzw. erwartet hatte, dass ein Geistlicher ein paar Worte spricht.



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  5. @ Koelschgirl - eine Trauerfeuer gab es, eine öffentliche. Zu der Kollegen Chefs, etc auch erschienen sind. Soviel zum Verabschieden. Was ich nicht verstehe - und auch beim besten Willen nicht akzeptieren kann - ist die Tatsache, wieso sich diese Frau erdreistet, über JAHRE hinweg keinen Kontakt mit Nate zu haben und dann ums Verrecken seinen eigenen Willen durchsetzen muss. Zu Lebzeiten gab es ihrerseits keinerlei Interesse an Nates leben und ihren Problemen - wieso MUSS sie dann jetzt auf einmal einen Ort zum Trauern haben? Für’s Leben gab es ja auch keinen Platz.

    @ Mea - meine Rede.

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    1. Wie gesagt, ich kann dich absolut verstehen und wollte auch nicht vermitteln, dass ich auf Seiten der Eltern, bzw. der Mutter bin. Ich kenne ja auch die gesamte Situation nicht.

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My Blog. My Bedroom. My Rules.
Punkt.

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